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Willkommen Internet

Update von der WLAN Front. Alles wieder beim alten. Also alt wie vor dem Ausfall. TV funktioniert, Fixnet funktioniert und das wichtigste, Internet funktioniert.

Herr Riedo von der Swisscom hat mit seinem Austauschrouter das Problem gelöst. Herr Riedo ist nun mein Held. Gedankt habe ich es mit einem klassischen Cross-Sell weshalb ich mich bald im Kreise der Swisscom TV 2.0 Kunden befinden werde.

Umstiegsgedanken fragt ihr? Weggefegt. Breitband-Internet bietet zuviele Ablenkungen um einen Groll aufrecht zu erhalten. Ich hoffe die blumige Hippielaune hält noch eine Weile an.

Mit dem Netz der Zukunft in der Steinzeit

2014-07-27_22-34

Wer mir auf Twitter folgt weiss vielleicht von meiner aktuellen Internet-Odyssee. Seit dem 18. Juli ist mein Heim ohne digitalen Anschluss an die Welt. Ich weiss das Datum so gut, weil mein Schwager aus Südafrika zu Besuch war. Schadenfreudig bemerkte er, dass dies auch auf der nördlichen Halbkugel passieren kann und nicht nur auf dem afrikanischen Kontinent. Ich schmunzelte mit. Beiden verging es nach dem Wochenende. Seine abendlichen Facetime-Anrufe nach Hause waren erst mal Geschichte. Denn trotz 3G Empfang auf meinem Handy war es kein wirkliches Vergnügen und man muss ja seine Datenoption etwas im Auge behalten. Als er dann zu den Schwiegereltern fuhr um Internet zu haben, wich das Schmunzeln der Scham. Am Helpdesk war man freundlich und versuchte mir zu helfen. Die Wartezeit am Telefon war dieses Mal auch nicht so schlimm. Was hätte ich in der Zeit sonst tun wollen? Ein Buch lesen? Ich war auch so verzweifelt, dass ich ohne Groll dreimal den Router neu startete obwohl das natürlich mein erster Reflex war als das Internet nicht lief. Ich glaubte ja früher im Supportfall dem Anwender auch nie.

Die Abende werden auch ruhiger. Was soll man denn auch tun. Einen Film schauen? Geht nicht. Eines schönen Tages entschied ich mich alles auf die Karte Swisscom zu setzen und so ist auch mein Fernsehgenuss stark eingeschränkt. Das freute den Radverrückten Schwager während der Tour de France auch besonders. Wir hätten uns einen Film vom NAS anschauen können. Doch da der Router immer mal wieder denkt er könnte sich selber optimieren, unterbricht auch ca. alle fünf Minuten das heimische LAN. Das bricht selbst den Storybogen von Transformers. So bin ich, der Filmverrückte, nun mehr seit mehr als einer Woche ohne einen Film geblieben.

Meine Frau hat noch ein Fixnet um für die Eltern ihrer Schüler erreichbar zu sein. 2014 will man da nicht unbedingt seine Handynummer geben. Erreichbar ist sie aktuell nicht. Ist wegen Sommerferien auch nicht so schlimm. Aber wann entschied ich alles auf eine Karte zu setzen, und weshalb?

Ist Internet, TV und Telefonie 2014 etwa wie Pest oder Cholera[1]? Muss ich einen Tod sterben? Kann ich für 140.- im Monat nicht unterbruchsfreien Betrieb erwarten? Das ganze hatte ich im aktuellen Ausmass zugegebenermassen noch nicht. Aber die Vorfälle waren auch in Vergangenheit da.
Ich konnte kein Youtube Filmchen am Stück schauen, sondern musste vorladen lassen. Ich bin alt genug um das zu kennen, aber hey, es war 2013. Am Helpdesk meinte man lapidar ich hätte gemäss ihrer Messung die volle Bandbreite zur Verfügung. Sogar noch ein bisschen mehr als ich zahlen würde. Dankeschön. Das hilft mir weiter.
Als bei meiner Frau plötzlich eine Handyrechnung von 900.- ins Haus flatterte, waren wir auch keine allzu grossen Fans. Ich habe ja eine gewisse Ahnung was diese mobilen Geräte und ihren Internet-Hunger angeht. Das Verhalten meiner Frau ist entsprechend angepasst. Am Helpdesk meinte man dann mehrmals ein so hoher Datenkonsum sei eigentlich nur möglich wenn man intensiv Filme herunter lade. Etwas das sie nicht tut. Als die versprochenen Abklärungen sich zogen und zogen[2] nahm ich mal den Hörer in die Hand und wurde etwas unangenehmer. Nicht wütend oder ungehalten sondern nur eine Spur sarkastischer als ich es üblicherweise bin. Meinen Unmut kommentierte die durchaus nette Dame mit: “Ja aber ausser anrufen hätte ich ja auch noch nicht mehr gemacht. Zum Beispiel einen Brief schreiben”. Steilpass. Ich: “Aha. Ich dachte Swisscom sei ein Telekommunikationsunternehmen und nicht die Post”. Sie konterte gekonnt mit: “Ja eine E-Mail würde ihr auch reichen”. Man kam mit der Handyrechnung ein Stückchen entgegen. Der fahle Geschmack blieb.

Wisst ihr was ich geniesse? Am Morgen mit meiner Tochter aufstehen und ein Kaffee trinken während sie “Zmorge” isst. Ich arbeite danach dann jeweils ein wenig am Tisch und gehe erst aufs erste Meeting ins Büro. Dieses Vergnügen wird natürlich ebenfalls eingeschränkt wenn man nicht weiss wie gut die 3G Verbindung läuft und ob es zum E-Mailen, etc. reicht. Im “Instant Messenger” vermerkt man besser man sei für Videoanrufe nicht zu haben. Die eigene Datenoption im Auge behaltend.

Die Techniker würden in 5 Arbeitstagen erst reagieren können. Gut. Kein Problem. Ich kenne grosse Firmen und deren Abläufe. Man hat sich dann auch gemeldet. Exakt nach fünf Arbeitstagen. Man muss einen guten Prozess und die garantierten Ablaufzeiten einfach mögen. Man könnte am Freitag Nachmittag zwischen 13.00 und 17.00 kommen. Ohne genaue Zeitangabe einfach auf Abruf von 20 Minuten. Kein Problem, da wir ja alle auf dem heimischen Hof arbeiten und die Mistgabel sofort hinlegen und ins Haus gehen können. Leider nicht. So konnte ich das Aufgebot am nächsten Tag nicht wahrnehmen und schaute einem weiteren Wochenende entgegen. Montag kommt er. Ich buchte meine Meetings um, nur um da zu sein wenn das 20 Minuten Vorwarnungsfenster kommt. Ob er das Problem vor Ort lösen kann? Ich hoffe es.

Während dem Schreiben dieses Beitrags kommt dann auch die obligate SMS. “Sie haben noch 20% Datenvolumen zur Verfügung”. Ach Schicksal, du gemeines Stück.

Ich will ja nicht unfair sein. Der Helpdesk meinte von Beginn weg, man komme mir für die Zeit in der Steinzeit entgegen und verrechne dies nicht. Fair. Die seelischen Leiden sind dadurch gelindert, aber nicht weg. Wird mir Apple auch entgegen kommen? iCloud bleibt ungenutzt. Mein iPhone ist seit zehn Tagen ungesichert[3]. Gott behüte wenn da etwas passiert. Dropbox ist natürlich auch abgestellt. Ein weiterer Dienst den ich ungenutzt zahle. Die Datenoption im Auge behaltend.

So nutze ich die verbleibenden 20% meiner Datenoption vielleicht zum Studium von Alternativen. Cablecom ist gemäss Carlos Leal ja schneller. Günstiger sind sie sicher. Oder die alte Weisheit von Klumpenrisiko beachten und nicht alle Dienste vom gleichen Provider beziehen? Wäre ja gar nicht so verkehrt. Also würde mir Swisscom schlussendlich vielleicht besser im Kündigungsprozedere entgegen kommen.

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Doch heute kommt der Techniker. Ich bin voller Hoffnung.


  1. Der Konkurrent Cablecom ist ja, glaubt man Nachbarn und Twitter, auch nicht ohne Probleme.  ↩
  2. Man kann keinen Mahnstopp im System eingeben, so der Helpdesk, sondern nur die Sperrung der Nummer verhindern. Da wird man etwas ungeduldig wenn die zweite Mahnung kommt und die “Technik” noch immer nichts von sich hören lässt.  ↩
  3. iCloud sichert nur im WLAN und sowieso… die Datenoption… ↩