fime.ch – privates Blog des IT-Architekten Philip Büchler

Die 'Consumerization of IT' verändert die Informatik in Unternehmen seit Jahren. Mit mobilen Endgeräten und Cloud-Services hat diese Veränderung nochmals an Fahrt aufgenommen. Über die Risiken und Gefahren schreiben genug. Was sind die Möglichkeiten? Welche Denkhaltung lässt einen mit der Entwicklung Schritt halten und nicht immer nur reagieren?

Weekend Reader Woche 15

Klare Worte zum Beginn

Bezüglich Fantastical 2 fürs iPad meint MG Siegler:

And yes, you’re an asshole if you bitch about spending $10 or $15 on quality software.

Macdrifter erklärt indessen wie man das meiste aus der App holt.

Die ultimative Anleitung zur Behebung eines der grössten Probleme der Neuzeit

iOS Devices können bezüglich Batterielaufzeit etwas nervig sein. Die Tipps sollte man also unbedingt mal probieren.

Windows will ins Auto drängen

In meinem 2013er Ford ist schon ein Microsoft System verbaut. Ausser der Funktion per Bluetooth Musik zu hören nutze ich nichts davon. Zu ungenau sind die Sprachbefehle. Hoffen wir der neue Versuch aller Hersteller wird besser. Meint auch Geoff Teehan in seiner Betrachtung von UX in Autos

IFTTT kommt mit Android Beta

Der Roboter im Internet kommt auf den Roboter auf Smartphones. Jetzt gibt es wirklich keinen Grund mehr keinen ifttt.com Account zu haben.

Ist jetzt etwas Nerdy: SVG mit WordPress befüllen

Ideal für interaktive Infographiken, Cockpits oder ähnliches.

WordPress Performance Verbesserungen die ins Auge gehen kann

“With great power comes great responsibility” sagte schon der Onkel Ben. In die selbe Kategorie fällt auch der Versuch auf verschiedenen Geräten eine iTunes-Bibliothek zu teilen: One iTunes Library to rule them all

Tool Time

Kleine Änderungen genauer unter die Lupe nehmen

Office kam aufs iPad (und kriegt laufend gute Reviews). Der kleine Bruder Keynote ist nun völlig vergessen obwohl auch dieses Corporate-Powerpoint-Verbrechen sehr gut darstellte.

Die kleinen Änderungen in der neuesten Version sind im Artikel beschrieben. Was ich immer wieder gerne hab: Neue Animationen und Übergänge. Das kriegt Apple immer noch am Besten hin.

WebOS Graphik Ressourcen nun ‘open source’

Gute Ideen zur falschen Zeit sind keine guten Ideen. So ist WebOS, trotz super Konzepten, nie richtig abgehoben. Immerhin gibt man die Ergebnisse nun an die Community.

CCleaner endlich auf Android

Erinnert ihr euch an eure Computerjungend? So zu Windows 2000 und XP Zeiten. Alle Jahre mal eine Neuinstallation. LED Lichter an den Lüftern. Stundenlanges ‘am PC hocken’. Wirklich gemacht haben wir aber nichts. Android kommt mir ein wenig so vor. Für alle die das mochten, gibts jetzt ccleaner als Beta.

Web vs. Native

Wir mögen Vergleiche. Diagramme. Sieger. Momentan deutet der Zeiger in Richtung ‘native Apps’. Der neueste Flurry-Report untermauert dies deutlich. (übrigens Colin Eberhardt analysiert den erfolgreichsten App Store ungemein detailliert.)

John Gruber relativiert die Diskussion.

The rise of mobile apps hasn’t taken anything away from the wide open world of web browsers and cross-platform HTML/CSS/JavaScript — other than supremacy. I think that bothers some, who saw the HTML/CSS/JavaScript browser-centric web’s decade-ago supremacy as the end point, the ultimate triumph of a truly open platform, rather than what it really was: just another milestone along the way of an industry that is always in flux, ever ebbing and flowing.

Sein Partner Brent Simmons zieht den historischen Vergleich der Diskussion. Kommt immer anders als man glaubt.

Patentstreit zwischen Apple und Samsung bringt vormals versteckte Dokumente hervor

It does go to show, though, that Steve Jobs was keenly aware of Apple’s competitive shortcomings. They never show it in public, which leads some to perceive the company as more arrogant than it actually is, and perhaps even out of touch.

Sie werden also auch wissen, dass grosse Telefone grad in Mode sind und das Leute gerne weniger für Geräte zahlen würden. Ob sie deswegen beides bringen. Fraglich.

Android first

2011 sagte Eric Schmidt, Vorstandsvorsitzender von Google,Entwickler würden in Zukunft wohl erst für Android entwickeln, dann für andere Plattformen. Dies ist immer noch nicht flächendeckend der Fall. Eine Firma die es probierte war Emu:

we jumped in. We discarded the iPhone prototype we had been working on for a few weeks, polished our rusty Java skills and had an Android alpha out by February 2013. We posted a public beta in July. And in October, we launched with terrific press coverage, including from a few folks who sang our praises specifically because we went Android-first. Android users are sick of watching new apps launch on iPhone, with Android as an often-underwhelming afterthought.

Ein halbes Jahr später ist Emu zurück auf dem iPhone. Der Android Client wurde aus dem Play Store genommen:

We launched Emu for iPhone on April 2, and we’ve pulled Emu for Android out of the Play Store. We hope we’ll return to Android someday, but our team is too small to innovate and iterate on multiple platforms simultaneously. We’ve concluded iPhone is a better place to be:

  • Our decision to build on top of SMS/MMS involved huge, unanticipated technical hurdles.
  • Even when you don’t support older Android versions, fragmentation is a huge drain on resources.
  • Google’s tools and documentation are less advanced, and less stable, than Apple’s.
  • Android’s larger install base doesn’t translate into a larger addressable market.

Wie ich sagte… wir mögen Vergleiche ;) Ein bisschen Auseinandersetzung mit Vor- und Nachteilen kann aber nicht schaden. So einfach wie ein blosser Marktanteil ist es nämlich nicht. Wer mehr mag, kann sich noch die demographischen Unterschiede der Anwender ansehen. Oder man kann sich schadenfreudig zeigen und die Apps feiern die es nur für Android gibt. Es war mir schon beim Titel klar, dass ein File Explorer und ein Task Manager dabei sind. Was sagte ich über Android als Windows XP der Neuzeit ;)

Wie iPhone App Vesper Azure verwendet

Oben erwähnte Mac Ikonen John Gruber und Brent Simmons waren an der Entwicklerkonferenz von Microsoft. Zeichen der Zeit. Eine Zeit in der Cloud Computing die früher verhärteten Fronten zusammenbringt. Im Video erklären sie wieso sie Azure zur Synchronisation für ihre App Vesper nutzen.

Brent Simmons beschreibt seine Erfahrungen an der Konferenz.John Gruber nahm vor Ort eine Folge seines Podcasts auf. Und auch John Williams, Entwickler von Glassboard, berichtet über seinen Besuch an der Konferenz.

Wie man Dracheneier macht

Wunderbar. Die Dracheneier aus ‘GoT’ wurden in Handarbeit hergestellt. Macht Lust auf Blech und Schweissbrenner. Täusch ich mich oder hat Vimeo einfach die schöneren Videos?

Broadcaster sollen Skype TX nutzen

Wie in der Gebäudesicherheit könnte es auch den Videoproduktionen ans Eingemacht gehen. Skype TX will sich in den Markt drücken. Für viele wird es ‘gut genug’ sein.

Der wöchentliche Management Tipp

Getting rid of managers may seem like just another tech trend, but much of the skepticism around going “bossless” or flat is due to misleading terminology. We don’t quite have a good vocabulary for it yet — no managers doesn’t mean no management, and flat structure doesn’t mean everyone has equal sway.

Power, leadership, and even hierarchy still exist in these alternative structures, but instead of running along career ladders and hanging out in corner offices, they tend to be decentralized and dynamic rather than static and top-down.

Weiterhin interessant zu beobachten. Solange wir noch Chefs haben, können sie ja wenigstens ‘gute Chefs’ sein.

Fime Tube

Videozeit:

Zwei Faktor Authentisierung wird zum Mainstream

Wer es alles unterstützt, und wer nicht, in einer schönen Übersicht.

Managed Configuration

iOS 7 brachte vieles das lang und breit durch die Techblogs gezogen wurde. Gewisse, für Unternehmen aber sehr relevante Features, erhielten weniger ‘coverage’. Ein Beispiel ist ‘managed configuration’. Apps können Konfigurationen an das MDM übergeben. Eine Übersicht der Anwendungen die dies unterstützen bringt EnterpriseiOS.com

MDM die Heartbleed gefixt haben

MobileIron und Good bestätigen die Behebung des Problems. Die anderen nicht. Muss nicht damit zu tun haben, dass Good und MobileIron die einzigen ‘Unabhängigen’ in dem Bereich sind… Kann aber. Grosse Firmen sind meist langsamer in der Unterstützung neuer Features. Leider auch bei Sicherheitsfixes.

Das richtige EMM System aussuchen

Ein paar gute Tipps für alle die noch kein MDM etc. haben. Es wird höchste Zeit. ‘Mobile first’ und so.

Kein Sturm im Paradies?

Immer wenn ein Topkader eine Firma verlässt schreit man nach Schlammkampf. Vielleicht war es aber wirklich keiner. So wie auch der Abgang von Armin Weber keine grosse Geschichte sein soll. Meint jedenfalls besagter Armin Weber auf Twitter.

Apple war schon mal sehr erfolgreich in ‘wearables’

Much like today’s wearables, it was a huge success. They sold literally dozens of them.

Amazon kauft Comic Händler ComiXology

Ein logischer Schritt. Ob dies Marvel und DC wehtut? Deren Apps sind reine Re-Brandings der ComiXology App.

speaking of zombies

Zu guter letzt erfreuen wir uns an einer Zombiesichtung. Das Featurephone. Nicht totzukriegen. Wenn man aber nur ein bisschen Whatsapp und Facebook braucht, ist es vielleicht nicht mal so schlecht ne Woche Standby-Zeit zu haben. So hab ich das jedenfalls in Erinnerung.

Sind Unternehmen für Consumer-Hersteller relevant?

Samsung bietet mit Knox eine Reihe von Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen für Unternehmen. Apple bietet ähnlichesals Teil von iOS. Ausgereifte Funktionen, welche viel Entwicklungsarbeit bedingen. All dies um im grossen Markt der Unternehmensinformatik einen Stand zu haben. Moment, gross?

Welches waren denn letztzhin grosse Unternehmensbeschaffungen über die berichtet wurde:

120’000 iPads, 100’000 iPhones und 200’000 iPod Touches für die amerikanische Armee

Barclays Bank kauft 8’500 iPads

Es gibt weitere. Meist in der Grössenordnung 10’000 bis 100’000.

Dem Gegenüber stehen die Gesamtverkäufe der grossen Hersteller Apple und Samsung:

Samsung Electronics Co Ltd sold a record 86 million smartphones in the fourth quarter

via Reuters

The Company sold 51 million iPhones, an all-time quarterly record, compared to 47.8 million in the year-ago quarter.

via [Apple ](https://www.apple.com/pr/library/2014/01/27Apple-Rep orts-First-Quarter-Results.html)

Fünfzig bis achtzig Millionen Geräte innerhalb von drei Monaten.

Vermutlich haben sich die Machtverhältnisse geändert. Consumer-Informatik beherrscht den Markt. Sie ist in Unternehmen omnipräsent. Zu guter Recht. Sie ist fähig genug um in den meisten Unternehmen eingesetzt zu werden. Sie ist leistungsfähiger als es Enterprise-Services und Geräte damals waren. Meist auch günstiger.

Und es ist ja kein Problem dank den oben erwähnten Unternehmensfunktionen.

Dies könnte sich längerfristig allerdings ändern. Unternehmensfunktionen zu entwickeln ist ungleich aufwendiger als deren Pendants für Consumer. Verschlüsselung, Schnittstellen für MDM, Backup, etc. Wie lange leisten sich die Hersteller wie Apple und Samsung diesen Luxus noch? Eine Frage die sich schwer beantworten lässt, der man sich aber nicht blind verschliessen sollte. Unternehmen sind nicht mehr das goldene Kalb das sie mal waren. Ein Unternehmenseinsatz sicherte bisher längerfristige Einnahmen für Hersteller (hallo Mainframe). Dies ändert sich aber. Mit der ‘Consumerization’ drängen immer mehr Consumer-Services und -Endgeräte in Unternehmen. Und selbst die vom unternehmen geprüften und bereitgestellten Services und Endgeräte unterliegen inzwischen kürzeren Release-Takten. Die Austauschbarkeit von Services wird wichtiger.
Dem Gegenüber entwickelt sich der Consumer-Markt der vielleicht für Hersteller noch viel interessanter wird. Dann kann es zu der Gretchenfrage kommen: Knox 3.0 – Ja oder Nein.

Wo stehen wir dann mit unseren Sicherheits- und Betriebskonzepten? Sind wir bereit um vollständig in einer ‘consumer driven world’ aufzublühen?