Consumerization

Apple ist in Schwierigkeiten, oder?

Die letzte Kolumne, des eigentlich immer grossartigen Macalope mit dem Namen “Business Time werden die Analysten und Spezialisten wieder mal unter die Lupe und schlussendlich auch aufs Korn genommen. Was bei den Artikeln über Apple gerne vergessen wird, ist der Ansporn der Schreibenden:

Apple, und speziell die Aussage, dass Apple untergehen wird ist aktuell sehr beliebt und erregt viel Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit ist im Markt rund um das Internet ein wertvolles Gut.

“Is shiny Apple rotting at its core?”

Man kann Aufmerksamkeit für Werbung nutzen:

So, what other actual evidence does McQueen present to support his argument that Gen Y doesn’t care about Apple products? Well, let’s just scan through here and, oop, none.

But, guess what. You’re not going to believe this. It’s incredible.

McQueen has a new book out. It’s about brand relevance.

Guy selling a book screams “APPLE!”

Shocking coincidence, isn’t it?

“21 Ways Switching To Apple Made My Life Harder.”

Man kann Aufmerksamkeit für Werbung nutzen :) Nicht für ein Produkt, sondern um seine Seiten-Hits an Werbetreibende zu verkaufen. Solche Slideshows sind tatsächlich nur um mehr Hits zu generieren. Für die Besucher sind sie eigentlich recht mühsam. Aber anderes Thema.

Innerhalb der Apple-Community wird in der letzten Zeit auch über die Probleme von Apple gesprochen. Doch die Argumente sind ziemlich verschieden.

1. Probleme die Analysten sehen:

Apple wird von der Konkurrenz in punkto Innovation überholt

Apple habe seit geraumer Zeit kein revolutionäres Produkt wie den iPod, das iPhone oder das iPad vorgestellt. Samsung und Google dagegen würden laufend innovative Produkte vorstellen.

Doch was genau sind die Produkte im Stil eines iPhone oder iPad, welche laufend vorgestellt würden? Grössere Smartphones von Samsung oder Google Glass? Beide erwecken Aufmerksamkeit und Interesse, und definieren vielleicht Formfaktoren oder eine Kategorie von Smart- oder eben Wearable-Devices, sind aber vom Einfluss her noch weit hinter den oben genannten iDevices geblieben.

Apple ist nicht der Marktleader

John Gruber nimmt die “Kirche des Marktanteils” immer mal wieder unter Beschuss. Trotzdem kommen immer wieder Artikel und Aussagen über das Problem von Apple den Marktanteil nicht halten zu können. Obwohl das iPhone nie einen dominanten Marktanteil hatte, wird der grosse Marktanteil von Android als Problem für Apple gesehen.

Benedict Evans gibt einen guten Überblick, weshalb der Marktanteil alleine kein gutes Bild abgibt wie gut es einer Plattform geht. Leider gibt es keinen einfachen Weg, dieses Bild zu generieren. Zu vielfältig sind die Einflussfaktoren. Vielfältige und komplexe Sachverhalte lassen sich aber in reisserischen Artikeln nicht darstellen, weshalb man immer wieder auf den Marktanteil kommt, welcher sich so schön in Diagrammen darstellen lässt.

Apple hat die falschen Produkte

Ich summiere hier mal zu teure Geräte, Geräte mit zu kleinen Bildschirmen, zu wenig Gehäusefarben, zu wenig Attraktivität für Teenager, etc.

Diese Berichte ignorieren immer wieder, dass iPhone und iPad in ihrer Sparte immer noch die bestverkauften Geräte sind. Zwar mag die Armada von Samsung Geräten kombiniert mehr Geräte verkaufen als Apple, doch für sich genommen schafft dies kein anderes Gerät. Also keine wirklich unkomfortable Situation.

Probleme welche Apple-Spezialisten sehen

Talente aquirieren und halten

Apple ist sehr erfolgreich. Die Herausforderungen von Apple sehen Spezialisten aber eher in Aufgaben, welche wenig glanzvoll sind. So kann es schwer werden, neue Talente zu holen. Ebenfalls kann es schwer sein bestehendes Personal zu halten. Sie haben quasi alles erreicht. Viele werden oder haben neue Herausforderungen gesucht (andere Firmen oder Startups)

Cloud-Services

Wird speziell im “Accidential Tech Podcast” oft besprochen. Apple hatte und hat Schwierigkeiten mit Services, welche nicht auf Basis von nativen Anwendungen (sei es Mac oder iOS) basieren. Moderne Services haben aber oft auch eine Cloud-Komponente. Man hat bei Apple mit iCloud zwar ein Modell dafür, dieses funktioniert in einigen Bereichen auch sehr gut (Backup von Geräten, Messages, Fotostream) in anderen, für Entwickler wichtigen Bereichen aber gar nicht (Core Data Sync). In diesen Bereichen ist Google sehr viel stärker, was in Zukunft ein wirkliches Problem werden könnte.

Warum dieser Dissens?

Die vermutlich realistischeren Probleme werden eher still besprochen. Dies weil sie komplexer sind und weniger spektakulär. Will heissen, es würden weniger Leser klicken, weniger Werbung generieren, etc.